Transportunternehmen gründen — was wirklich dazugehört
Den LKW zu kaufen ist der leichte Teil. Danach kommt, was in den Foren fehlt: die Lizenz, der Fachkundenachweis, die finanzielle Leistungsfähigkeit, Versicherungen, Maut, Arbeitgeberbeiträge — und Kosten pro Kilometer, die die meisten erst nach dem ersten Verlust rechnen.
Die Lizenz — Verordnung (EG) 1071/2009
Ohne sie kein gewerblicher Verkehr. Vier Bedingungen, EU-weit gleich: tatsächliche Niederlassung im Zulassungsstaat, Zuverlässigkeit, finanzielle Leistungsfähigkeit (rund 9.000 € für das erste Fahrzeug, 5.000 € für jedes weitere) und der Fachkundenachweis — bei Ihnen oder bei einem angestellten Verkehrsleiter.
Das Geld VOR der ersten Fahrt
Finanzielle Leistungsfähigkeit ist keine Kaution, sondern der Nachweis der Zahlungsfähigkeit: Kapital, Bankbürgschaft oder Versicherung. Dazu Kfz-Haftpflicht, Kasko und Verkehrshaftung (ohne die gibt kein ernsthafter Spediteur Fracht). Dazu Maut, Tankkarten, Stellplätze, Buchhaltung.
Kosten pro km — daran scheitern Neue
1,20 €/km sieht gut aus, bis Leasing, Versicherung, Service, Reifen, Lohn samt Beiträgen, Leerkilometer und Standzeiten dazukommen. Der Dienst rechnet alles in eine Zahl und nennt die Mindestrate. Kostenlos, ohne Anmeldung.
Wie viel Geld brauche ich am Anfang?
Neben dem Fahrzeug: finanzielle Leistungsfähigkeit von rund 9.000 € für das erste Fahrzeug (Nachweis, keine Ausgabe), Gründung, Lizenz, Versicherungen, Tankkarte und zwei bis drei Monate Betriebskapital — Spediteure zahlen 30–60 Tage nach der Fahrt.
Darf ich mit ausländischen Kennzeichen auf einer EU-Lizenz fahren?
Nein. Art. 5 der VO 1071/2009 verlangt die Zulassung im Staat der Lizenz. Der Dienst warnt, wenn Firmensitz und Kennzeichenland nicht zusammenpassen.
Was ist der Fachkundenachweis?
Ohne ihn keine Lizenz. Entweder Sie legen die Prüfung ab oder Sie beschäftigen einen externen Verkehrsleiter — eine monatliche Position, die ebenfalls in die Kosten pro Kilometer gehört.